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Westfälische Nachrichten, 15. Mai 2010

„Kontraste“: Altes erscheint in neuem Licht

Jan Gerdes (Klavier) und Johannes Sandberger   (Moderation) begeisterten am Mittwochabend mit einem anspruchsvollen   Klavierabend in der Alten Amtmnannei.Foto:
Jan Gerdes (Klavier) und Johannes Sandberger (Moderation) begeisterten am Mittwochabend mit einem anspruchsvollen Klavierabend in der Alten Amtmnannei.
Foto: Dieter Klein

Nottuln - Einen außergewöhnlichen  Klavierabend erlebte eine interessierte Zuhörerschar im historischen Saal der Alten Amtmannei Nottuln. Der Berliner Pianist Jan Gerdes interpretierte, flankiert durch die geistreiche Moderation des Komponisten Johannes Sandberger, in seinem Klavierabend „Kontraste“ Werke von Beethoven, Sandberger, Brahms, Stockhausen, Chopin und Ligeti.

In der Werkeinführung am Abend zuvor hatten Gerdes und Sandberger in dialogischer Form das Publikum bereits durch Klangbeispiele und fachkundige Hintergrundinformationen auf neue Hörweisen eingestimmt.

Das Besondere der Programmdramaturgie des Klavierabends „Kontraste“ bestand nun in der direkten Gegenüberstellung von Werken der klassisch-romantischen Epoche und zeitgenössischer Musik. Die Strukturierung des Programms nach Formgattungen erleichterte hierbei das Hörverständnis: So trafen Beethovens Bagatellen op.126 auf die Miniaturen Johannes Sandbergers, in der Werkgattung „Klavierstück“ war Karlheinz Stockhausens Klavierstück VII von zwei Klavierstücken Johannes Brahms umrahmt, und der Typus „Konzertetüde“ war durch jeweils zwei Werke Chopins und Györgi Ligetis vertreten.

Die Kontrastbildung wurde zusätzlich noch durch eine enge Verzahnung der Werke gesteigert: So wurden beispielsweise die acht Miniaturen Sandbergers und die Bagatellen Beethovens nicht in ihrer eigentlichen Dramaturgiefolge als Zyklen hintereinander gespielt, sondern „scheibchenweise“ ineinander geschichtet. So ergaben sich durch direktes Aufeinanderprallen neue Klangdimensionen. Plötzlich erschien Altes in neuem Licht und sonst vielleicht verstörend Modernes doch erstaunlich vertraut.

Jan Gerdes faszinierte über das gesamte Programm durch sein hoch konzentriertes Spiel. Ihm gelangen elysisch-zarte Momente etwa bei Sandberger und Brahms ebenso wie hoch virtuose Passagen in den Konzertetüden.

Bei der Etüde  „Automne a Varsovie“ von Ligeti hielt das staunende Publikum gar den Atem an. Mit langanhaltendem Applaus nötigte es Gerdes zu einer Zugabe: Der Abend klang aus mit der subtil zarten 7. Miniatur von Johannes Sandberger, die einmal mehr als Gegensatz zu den aufbrausenden Klangwogen zuvor dem Titel des Abends, „Kontraste“, Rechnung trug.

Das Konzept der MusikAgentur Nottuln, Musik begreifbar zu machen, ging an diesem Abend voll auf - selbst die Kinder, die der Einladung gefolgt waren, waren hellauf begeistert.